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Organspende: eine neue Diskussion ist notwendig

Organspende neu überdenken
Nachdenken über Organspende ist bestimmt keine erfreuliche Tätigkeit. Trotzdem ist es wichtig und eben notwendig, weil dieses Geschehen nicht nur verbunden ist mit Heilung von Menschen die ohne Organspende gestorben wären, aber auch mit sehr fragwürdigen Geschehnisse.

-        Zum Beispiel, dass der Organspender oft stirbt auf dem Operationstisch: er lebt also, wenn seine Organe weggenommen werden. Auch stirbt er auf dem Zeitpunkt der von Ärzten gewählt worden ist, und nicht auf dem eigenen, zu seinem Leben passenden Zeitpunkt.

-        Denke auch an die Erfahrungen der Angehörigen die den atmenden, warmen und wie es aussieht noch so lebendigen Körper ihres Geliebten den Ärzten mitgeben um die Organe auszunehmen und die einen ausgeweideten, kalten und so toten Körper zurückbekommen. Renate Greinert schrieb ein Buch: Ungestört sterben, ein erweiterter Blick auf die Organspende, in dem sie erzählt über ihren Sohn der in einem tiefen Koma geriet bei einem Verkehrsunfall. Darum gebeten gab sie – noch völlig in Schock über was ihr Sohn überkommen war- den Ärzten Zustimmung um seine Organe auszunehmen. Er lebte noch, war warm und rosig als er zum Operationszimmer gebracht wurde. Er war aber kalt, voller Pflaster und völlig ausgeweidet als sie ihn zurückbekam. Diese Erfahrung hat ihr Leben einschneidend und definitiv geändert. In ihrem Buch schreibt sie: Mein Sohn war ein Mensch, ein Individuum, kein Ding – und ganz bestimmt kein Recyclingsprodukt.

-        Ausserdem ist es so – den Erfahrungen der Organempfänger gemäss - dass mit der Organspende auch Teile des Bewusstseins des Spenders dem Empfänger übertragen werden. Und welche Folgen hat das für den Spender und den Empfänger? Es ist ja doch nicht so dass das keine Folgen hat.
Das sind also drei Bemerkungen – es gibt noch mehrere die ich leider des beschränkten Raums nicht nennen kann - die es meines Erachtens notwendig machen die Organspende neu zu überdenken.

Wie Spender gefunden wurden
Ehe ich diese Bemerkungen weiter erläutere, möchte ich meinen Leserinnen und Leser um Verzeihung bitten: weil ich nur den Raum dieses Artikels habe um meine Einsichten zu erklären, muss ich die so notwendigen Nuancen weglassen. Ich hoffe dass sie diese Nuancen selbst zufügen werden. Und dass sie mir verzeihen wollen, dass ich so direkt, ja, fast schockierend schreibe was mir im Laufe der Jahre klar geworden ist.
Oben habe ich geschrieben dass der Organspender oft stirbt auf dem Operationstisch. Wie wage ich es das zu schreiben? Um das zu verstehen müssen wir zurückschauen in der Vergangenheit um zu sehen, welche Menschen damals, im letzten Jahrhundert, von den Ärzten als Organspender auserwählt wurden. Es war ja nicht einfach einen Spender zu finden: er muss jemand sein dessen Herz noch klopft, dessen Blut noch strömt, und der noch atmet. Denn Organe aus dem Körper eines Verstorbenen sind unbrauchbar. (Nur direkt nach dem Tod eines Menschen sind sie noch brauchbar; dann aber muss der Verstorbene direkt nach dem Tod operiert werden, und das ist in der Praxis meistens unmöglich.)
Wo finden wir aber einen Spender der nicht tot ist, aber trotzdem Spender sein kann? In August 1968 wurde von einem Ausschuss am Medical Harvard School in den USA entschieden um Menschen die in einem tiefen – und wahrscheinlich unumkehrbaren – Koma lagen, für Hirntot zu erklären. So bald seitdem ein schwerkranker Mensch in Koma für hirntot erklärt wird, wird er nicht mehr als Kranker betrachtet und behandelt, sondern als Spender, dem umgehend die Organe entnommen werden können. So entstand der auch heute noch immer gebrauchte Term ‚Hirntot‘. Auch in Europa wurde später dieses Kriterium eingeführt und werden seitdem schwerkranke Menschen für Hirntot erklärt. Wir müssen aber feststellen dass dieser Term nicht die Wahrheit entspricht: der hirntoter Mensch ist nicht tot, er ist ‚nur‘ ein schwerkranker Mensch der im in Koma verkehrt.
Jetzt können wir auch verstehen dass eine Hirntote Frau ein Kind kann gebären. Allein schon bis zum Jahr 2003 brachten in Deutschland zehn hirntote schwangere Frauen ein Kind zur Welt. Auch verstehen wir jetzt warum hirntote Männer eine Erektion bekommen können. Aber kann ein toter Mensch ein Kind gebären oder eine Erektion bekommen? Nein. Schon diese beiden Beispiele (es gibt noch viel mehr derartige Beispiele) genügen um klar zu machen dass ein Hirntoter Mensch nicht tot ist. Nur sein Gehirn wirkt nicht, weiter aber funktioniert alles im Körper.

Lazarus-Reflexe
Wenn hirntote Menschen auf dem Operationstisch bereit liegen um operiert zu werden, kommt es in 75% (!) der Fälle vor, dass sie spontane Abwehrbewegungen mit den Armen und Beinen machen. Manche schlagen die Arme in einer schützenden Gebärde vor ihre Brust, andere unter ihnen richten sich dabei sogar ein wenig auf. Es kommt auch vor dass sie sich ganz aufrecht hinsetzen, ihren Pfleger festpacken oder sogar umschlingen und gurgelnde Geräusche machen. Es steigen auch der Blutdruck und die Herzfrequenz. Laut OP-Assistenten, die hierbei anwesend sind, ist es jedes Mal erschreckend: daran gewöhnt man sich niemals, erzählen sie. Es gibt sogar Beispiele von OP-Assistenten, die so erschrocken sind, dass sie ihren Beruf aufgegeben haben.
Die Abwehrbewegungen von Spendern, die kurz davor stehen, operiert zu werden, werden „Lazarus-Reflexe“ genannt. Die Bezeichnung für dieses Phänomen stammt aus der Bibel – und zwar von Lazarus, der starb, aber von Jesus Christus vom Tod zurückgerufen wurde. Er war bereits in einer Höhle begraben (in einer Felsengrab), doch als Jesus Christus ihn rief, erwachte er, setzte sich aufrecht hin und stand auf.

Hirntot erklärt und doch wieder erwacht
Ein Geschäftsmann war nach einer Gehirnoperation in Koma. Die Ärzte erklärten ihn für hirntot. Sie fragten seine Frau ob sie seine Organe verwenden durften. Zum Glück verweigerte sie, denn nach einer Woche erwachte der Geschäftsmann. Anfangs war er gelähmt, doch später genas er beinahe vollkommen. In seinem Buch über dieser Erfahrung erzählt er auch wie er hörte wie die Ärzte seiner Frau um Zustimmung baten um seine Organe ausnehmen zu dürfen. Er hörte alles was gesagt wurde, war aber nicht imstande zu reagieren! Es ist einer der vielen Beispiele von einer Fehldiagnose. Auch dieses Beispiel macht klar dass hirntot nicht tot ist, denn wie kann ein toter Mensch wieder erwachen?

Organe übertragen Bewusstsein
Es gibt immer mehr Berichte die verdeutlichen dass mit dem neuen Organ auch geistige Aspekte, geistige Kräfte des Spenders und sogar bestimmte Erinnerungen übertragen werden. Dr. Paul Pearsall – er war der Leiter eines klinischen Forschungszentrums an einer grossen Klinik in Amerika – kommt aufgrund seiner Forschungen zu dem Schluss, dass das Herz eine eigene Form von Intelligenz besitzt und selbständig kann denken. Er erzählte von einem Fall, den eine Psychiaterin auf einem Kongress vorgetragen hatte, den er organisiert hatte. Sie erzählte: Ich habe eine Patientin, ein achtjähriges Mädchen, das das Herz eines zehnjährigen Mädchens erhalten hatte, das ermordet worden war. Ihre Mutter kam zu mir, weil sie nachts zu schreien begann. Sie träumte von dem Mann, der ihre Spenderin ermordet hatte. Die Mutter sagte, dass ihre Tochter wusste, wer dieser war. Nach mehreren Sitzungen konnte ich einfach nicht mehr leugnen, dass das Kind mir die Wahrheit erzählte. Ihre Mutter und ich entschlossen, zur Polizei zu gehen. Anhand der Personenbeschreibung, die das kleine Mädchen gab, haben sie den Mörder gefunden. Er konnte aufgrund der Beweise, die meine Patientin erbrachte, leicht überführt und verurteilt werden.
Dieses Beispiel brachte Pearsall zu der Aussage dass das Herz seinen eigen Mörder fand. Für ihn ist es klar: unser Körper besteht aus Zellen, die Informationen gespeichert haben: das sogenannte ‚Zellgedächtnis‘. Dieses Gedächtnis sendet – auch wenn das Organ in der Zwischenzeit in einen anderen Körper verpflanzt wurde – weiterhin „alte“ Informationen aus.  

Neue Gewohnheiten
Die 48-jährige Claire Sylvia, eine Amerikanerin, bekam ein neues Herz. Direkt nach der Operation hatte sie das Gefühl, dass jemand anders bei ihr war. Es war, als ob eine zweite Seele in ihr lebte. Sie sagte: Ich erlebe in mir die Gegenwart eines anderen Wesens. Auch bemerkte sie dass ihre Gefühle sich änderten: sie wurden stärker und intensiver als vorher. Ausserdem entwickelte sie neue Gewohnheiten: zu ihrer eigenen Verwunderung verlangte sie direkt nach der Operation, als sie aufwachte und ihr gefragt wurde wonach ihr der Sinn stünde, nach Bier. Vorher aber trank sie nie alkoholische Getränke. Auch hatte sie – eine Vegetarierin – plötzlich Lust auf Chicken-Nuggets und grüne Paprika. Vor allem Letzteres, das Verlangen nach grünen Paprikas, erschütterte sie: sie hatte niemals Lust darauf gehabt, sondern im Gegenteil sogar einen grossen Ekel davor gespürt!
Als sie auf der Suche ging nach ihrem Spender, entdeckte sie, dass sie das Herz eines jungen Mann bekommen hatte, der bei einem Motorradunfall in Koma geraten war und für hirntot erklärt worden war. In einem Gespräch mit dessen Eltern entdeckte sie dass ihr Spender eine grosse Vorliebe hatte für Bier, Chicken-Nuggets und grüne Paprikas!
Es ist nur ein Beispiel – es gibt noch viele andere – das klar macht, dass bei Organspende nicht nur Erinnerungen mitkommen, sondern auch Gewohnheiten und Geisteskräfte, z.B. die Vitalität des Spenders, wie wir oben sahen.
Für Claire war es klar:
- Ein Organ ist nicht nur Materie (wie die heutige gängige Meinung lautet), sondern es ist auch von den Geisteskräften des Menschen durchzogen, in dessen Körper es lebt.
- Mann kann sogar sagen (laut Claire): dass unsere Seele in unseren Organen lebt: unsere Organe sind beseelt.
- Diese Organe sind auch Träger unserer Erinnerungen. Sie enthalten die Zellerinnerungen des Menschen, zu dem sie gehören oder gehört haben.

Die Folgen aus spiritueller Sicht
Wir haben eigentlich noch nie nachgedacht über die geistigen oder spirituellen Folgen der Organspende. Drei dieser Folgen möchte ich zum Schluss kurz streifen:
1. Der Erinnerungen des Spenders bleiben auf der Erde (im Körper eines anderen): er nimmt sie nach seinem Tod nicht mit die geistige Welt hinein. Das macht es für ihn schwieriger die Rückschau zu erleben, die jeder Verstorbene da erlebt. Auch wird es ihm dadurch schwieriger Schlussfolgerungen zu ziehen über das gerade abgeschlossene irdische Leben.
2. Zudem wird er von seinen Erinnerungen die auf der Erde zurückgeblieben sind, immer wieder zurückgerufen. Es wird also schwieriger für ihn das irdische Leben loszulassen und aufzusteigen die geistige Welt hinein.
3. In dieser Zeit müssen wir lernen uns selbst zu sein und zu werden. Wir sollen ein selbständiges, unabhängiges Individuum werden. Das ist unser Auftrag in der heutigen Entwicklungsphase der Menschheit. Aber durch die Organspende entsteht was genannt wird „eine Seelenverstrickung“. Statt Individuum zu werden, sieht es so aus, als werden Spender und Empfänger eine Art Zwei-einheit.
Eine Frau, Mary, hatte ein neues Herz bekommen. Sie hatte danach dauernd das Gefühl das ihr neues Herz noch immer dem Spender gehörte, dessen Anwesenheit sie jeden Tag spürte. Deshalb sagte sie regelmässig zu ihrem neuen Herz: Du gehörst jetzt mir. Du hast einem anderen gehört, aber jetzt gehörst du mir.

Eine neue Diskussion
Wollen sie mehr eingehend über die Themen dieses Artikels nachdenken die ich jetzt (zu) kurz angedeutet habe, dann möchte ich Ihnen meinen Buch Organspende empfehlen. Da können sie auch lesen, in welchen Büchern ich die viele Beispiele gefunden habe und wo sie mehr Informationen über dieses so wichtige Thema bekommen können.
Für mich ist es klar: eine neue Diskussion ist notwendig, so dass jeder unser seine eigene Entscheidung machen kann, vor oder gegen Organspende. Jeder Mensch ist dabei wirklich frei seine eigene Wahl zu treffen. Aber um das zu ermöglichen ist viel mehr Information notwendig als uns oft gegeben wird. Eine neue Diskussion ist deshalb notwendig, so dass jeder unser in alle Ruhe und Freiheit eine wohl überlegte Entscheidung treffen kann.